"Was machen Sie beruflich?"


Das berufliche Leben als Patchwork, entstanden aus Neigungen, Begabungen und - dem Zufall. Einige "Grundfarben" tauchen immer wieder auf und halten alles zusammen. Mein besonderes Interesse gilt: Sprache(n); anderen Menschen und ihren Lebensgeschichten; alternativen Lebensentwürfen jenseits von Konsum und Hektik; fremden Kulturen (insbesondere China) und den reizvollen Unwägbarkeiten interkultureller Begegnungen.

Artikel

"Ich war immer zufrieden mit dem, was gerade war."
Die Missionarstochter Berta von Kleimenhaben geb. Steybe im Gespräch mit Martina Bölck
 StuDeO-Info* Juni 2017, Seite 37ff.

Berta Kleimenhagen wird 1916 als Tochter des Missionarsehepaars Steybe in Changsha, Provinz Hunan, geboren. Sie erlebt die politischen Wirren nach dem Ende des Kaiserreichs, Überschwemmungen, Armut, Krankheit und Bürgerkriege. 1930, mit 13 Jahren, geht sie nach Deutschland, um dort die Schule zu beenden, aber nach dem Abitur, sieben Jahre später, kehrt sie wieder zurück und unterrichtet die Kinder der Missionare in Hunan. Während der ganzen Kriegsjahre versucht sie den Schulbetrieb aufrecht zu erhalten. 1949 kehrt sie nach Deutschland zurück und wird Sekretärin und Sozialarbeiterin. Sie reist viel und besucht auch China, sobald es wieder möglich ist. Heute, mit über 100 Jahren, ist Berta Kleimenhagen immer noch eine wache, interessante und interessierte Frau. Das Gespräch fand im Februar 2017 statt.

* Das StuDeO-Info kann über die Redaktion Renate Jährling: jaehrling-guenther@web.de bestellt werden.

"Chinesisch ist die leichteste Sprache ..."
Ein kleiner Überblick über die Bemühungen, sich diese Sprache anzueignen.
 StuDeO-Info* Dezember 2016, Seite 35ff

Das Zitat des Missionars und Sinologen Richard Wilhelm in der Überschrift dürfte bei vielen Chinesischlernern auf Widerspruch stoßen. Ist Chinesisch nun leicht oder schwer? Verzweifelt man beim Lernen oder lernt man es quasi im Schlaf? Hängt es von der Methode ab, vom Lehrer oder gar von der Haltung, mit der man sich der Sprache nähert? 
Zu Wort kommen: Ein katholischer Missionar um 1860 ("Die Schwierigkeiten sind unbeschreiblich"); Richard Wilhelm 1899 ("Im Schlaf Chinesisch gelernt"); ein Kaufmann um 1905, der seine Lehrer, allesamt "sonderbare Käuze und Originale" beschreibt; eine Diakonisse am Deutschen Hospital in Peking, die Ende der 20er Jahre Chinesisch lernt; ein Diplomlandwirt, der - ebenfalls in den 20er Jahren - mit Hilfe neuer Methoden "das notwendigste Chinesisch in unglaublich kurzer Zeit" erfasst, und ein Kaufmann, der es heutzutage versucht hat und zu dem Schluss kommt, dass man einfach ins kalte Wasser springen muss.

* Das StuDeO-Info kann über die Redaktion Renate Jährling: jaehrling-guenther@web.de bestellt werden.

Machen Sie noch Urlaub oder reisen Sie schon?
Plädoyer für eine andere Art des Unterwegsseins
weltbewegt, Sept.-Nov. 2016, Seite 8-10


Der Urlaub dient der Erholung, die Reise hingegen der Erfahrung. "Zum Reisen gehört Geduld, Muth, guter Humor, Vergessenheit aller häuslichen Sorgen und daß man sich durch widrige Schwierigkeitn, böses Wetter, schlechte Kost und dergleichen nicht niederschlagen lasse", wusste schon Adolph Freiherr von Knigge.


Deutsche Studierende in China
Impressionen aus knapp hundert Jahren
StuDeO-Info Juni 2016, Seite 13ff

Eindrücke und Berichte von Studierenden von den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts, über die 40er und 70er Jahre bis 2015. Politischer Hintergrund, Lebensbedingungen, Zugang zu China und Chinesen. "Kein Sonntagsspaziergang also, aber eine spannende, mitunter lebensverändernde Erfahrung, so beschreiben es fast alle der hier versammelten deutschen China-Studierenden."


Der Draht zur Welt
Resonanz ist für Hartmut Rosa die Bedingung für ein geglücktes Leben
PSYCHOLGOIE HEUTE, 06/2016, Seite 88/89

Besprechung des Buches von Hartmut Rosa: Resonanz. Eine Soziologie der Weltbeziehung. Berlin: Suhrkamp, 2016




Besprechung von zwei Büchern über den Nationalsozialismus in Shanghai
und die Biographie eines jüdischen Emigranten
 StuDeO-Info Dezember 2015, Seite 42ff


Rezension: Freyeisen, Astrid: Shanghai und die Politik des Dritten Reiches, Würzburg: Königshausen & Neumann 2000
Unschuld, Ulrike: You banfa - Es findet sich immer ein Weg. Wilhelm Manns Erinnerungen an China 1938-1966. Berlin: Hentrich & Hentrich, 2014


"Heimweh hab' ich nie gehabt."
Edith Günther und ihre Zeit in China 1938-1950
StuDeO-Info Juni 2014, Seite 21ff

Zusammenfassung: Die 16jährige Edith aus Hamburg ergreift 1938 die Gelegenheit, die weite Welt kennenzulernen, und geht als Kindermädchen mit der Familie ihres Onkels nach Hongkong. Sie gerät in die Kriegswirren, wechselt zu einer italienischen Famlie und lernt in Shanghai den Bergbauingenieur Carl Günther kennen. Nach der Heirat lebt sie mit ihm mehrere Jahre auf dem Gelände einer Zementfabrik in der Nähe von Nanjing, fernab von den europäischen Zirkeln in Shanghai. 1950 kehrt die Familie mit zwei kleinen Kindern ins kriegszerstörte Hamburg zurück. 
Der Artikel beruht auf einem persönlichen Gespräch mit Edith Günther.


Konfuzius auf dem Sparkonto
China-Magazin Goethe-Institut, März 2015

In der Zhiqian-Schule in Hamburg wird die klassische chinesische Erziehung wiederbelebt - mit großer Resonanz. (mehr)


"Die Gesesellschaft braucht Normbrüche."
China-Magazin Goethe-Institut, Juni 2014

Ein Gespräch mit dem Strafrechtler und Rechtsphilosophen Dr. Reinhard Merkel über Steuerhinterziehung, gefallene Vorbilder und gesellschaftliches Moralbewusstsein.


So ist die Revolution, mein Freund.
StuDeO-Info, Juni 2014, Seite 37f

Rezension: Uwe Kräuter: So ist die Revolution, mein Freund. Wie ich vom deutschen Maoisten zum Liebling der Chinesen wurde.
Gefängnis in Deutschland oder ein neues Leben in China? Der 28jährige Student Uwe Kräuter greift zu, als er 1974 das Angebot erhält, im Verlag für fremdsprachige Literatur in Peking zu arbeiten. Damit entzieht er sich der deutschen Justiz, die ihn wegen Teilnahme an einer gewalttätigen Demonstration in einem fragwürdigen Prozess zu einer achtmonatigen Haftstrafe verurteilt hatte. Vor allem aber will der junge Maoist "eine Welt finden, die anders war und vielleicht besser." ...


Von Jesuiten, Kaisern und Kanonen. Europa und China - eine wechselvolle Geschichte
StuDeO-Info, Juni 2014, Seite 33f

Rezension des gleichnamigen Buches von Claudia von Colani.
"Freunde haben, die aus fernen Gegenden kommen: Ist das nicht auch ein Grund zur Freude?" Dieses Wort von Konfuzius könnte geradezu das Motto der frühneuzeitlichen Chinamission sein, so Claudia von Collani.... In ihrem Buch konzentriert sie sich vor allem auf die Missionstätigkeit zwischen 1580 und 1780, für sie der "Prototyp eines geglückten Kulturaustausches". ...



Blutiger Rachefeldzug der Unterdrückten
China-Magazin Goethe-Institut, Mai 2014

In seinem neuen Film "A Touch of Sin" spürt der Autorenfilmer Jia Zhangke den Ursachen für die zunehmende Gewalt in China nach.
Drei junge Männer mit Äxten halten einen ärmlich aussehenden Motorradfahrer auf der Landstraße an. Sie wollen Geld. Er greift in seine Jacke, zieht einen Revolver und knallt sie ab. Mit unbewegter Miene fährt er weiter. Gewalt und Gegengewalt. Mit dieser Szene beginnt der neueste Film von Jia Zhangke ...



Friede - Freude - Jiaozi
weltbewegt, Dez.13-Feb.14, Seite 15

Wenn das Neujahrsfest kommt, sind Millionen Chinesen unterwegs. Gefeiert wird schon lange nicht mehr wie früher. 
Aus den Zuglautsprechern ertönt ununterbrochen Frühlingsfestgedudel, Kinderchöre singen "Gongxi facai" -Glück und Wohlstand. Es ist kurz vor dem chinesischen Neujahr ...


"Etzel". Forscher, Abenteurer und Agent.
StuDeO-Info, Dez. 2013, Seite 32/33

Die Lebensgeschichte des Mongoleiforschers Hermann Consten (Rezension des gleichnamigen Buches von Doris Götting)
"Ein wildes, verwegenes Wander- und Jägerleben, immer nur rastlos in Eil, nie lang verweilen, von niemand gebannt, von niemand geliebt, das ist mein Schicksal...", so beschreibt Hermann Consten 1911 in einem Brief sein Leben. Da ist er dreiunddreißig Jahre und hat noch einige Lebenswendungen vor sich. ...



Der Krieg der Einzelnen - Frauen und Literatur in China
China-Magazin Goethe-Institut, Mai 2013

Eine Dissertation über die Schriftstellerin Lin Bai bietet interessante Einblicke in heutiges Frauenleben, chinesische Frauenbewegung und feministische Literatur in China.
"Ich will leben, aber auch aus diesem Leben, wie es im Moment ist, heraus." (Lin Bai: Die blasse Lebenszeit bewachen)
Über das Leben und die Widersprüche heutiger chinesischer Frauen weiß man in Deutschland oft nicht viel, noch weniger über die chinesische Frauenbewegung oder gar über feministische Literatur in China. Wer sich dafür interessiert, dem sei die Dissertation Der Krieg der Einzelnen von Bettina von Reden empfohlen, in der sie die Gegenwartsautorin Lin Bai im Kontext der chinesischen Frauenbewegung untersucht.



Ausgewachsen - eine lange Nacht über die Grenzen des Wachstums
Deutsch-Chinesisches Kulturnetz, November 2012
 
Die Hamburger Theaterfabrik Kampnagel lud Wissenschaftler und Künstler zum Internationalen Sommerfestival 2012 ein, um in einer langen Nacht die Grenzen des Wachstums auszuloten.
Niemand wünscht sich ein Vier-Meter-Kind. Eltern freuen sich, wenn ihr Kind größer und stärker wird - allerdings nur bis zum 18. oder 20. Lebensjahr. Danach soll es nicht mehr wachsen, sondern reifen und seine Persönlichkeit bilden. So erklärt der US-amerikanische Professor Dennis Meadows den Unterschied zwischen Wachstum und Entwicklung.


Die Macht der Bilder
weltbewegt, August.-Sept. 2012, Seite 14/15

Die Macht der Bilder - Chinas Kino zwischen Kunst, Kontrolle und Kommerz
Ich wollte mir ein Bild machen. Bevor ich nach China ging, ging ich ins Kino. Dort folgte ich einem ziellos umherfahrenden Taxifahrer durch ein tristes Peking (I love Beijing), sah einer Clique in Shanghai beim Herumhängen zu (Shanghai Panic) und litt bei der traurigen Liebesgeschichte zwischen einer Friseurin und einem illegalen Blumenverkäufer (Chen Mo und Meiting). Das war vor zehn Jahren. ...


"Psychoanalyse in China? Da habe ich meine Zweifel!"
PSYCHOLOGIE HEUTE, 04/2012, Seite 12
 
Ein Gespräch mit der Psychoanalytikerin Antje Haag über die Entwicklung der Psychotherapie im Land der Mitte. 


Kulturimport oder Befreiungsangebot?
PSYCHOLOGIE HEUTE, 03/2012, Seite 82/83

Westliche Psychotherapie hat sich in China etabliert. Zwei Bücher zeigen, wie deutsche Fachleute maßgeblich zu dieser Entwicklung beigetragen haben. (mehr)
Fritz B. Simon, Margarete Haaß-Wiesegart, Xudong Zhao: "Zhong De Ban" oder: Wie die Psychotherapie nach China kam. Geschichte und Analyse eines interkulturellen Abenteuers. Carl-Auer, Heidelberg 2011 und: Antje Haag: Versuch über die moderne Seele Chinas. Eindrücke einer Psychoanalytikerin. Psychosozial, Gießen 2011


Richard Wilhelm und das I Ging im Film
Deutsch-Chinesisches Kulturnetz, November 2011
 
Mitte November 2011 kam ein Dokumentarfilm über den berühmten Sinologen und Übersetzer Richard Wilhelm (1873 – 1930) in die deutschen Kinos. Regie führte seine Enkelin, die Regisseurin und Drehbuchautorin Bettina Wilhelm.
Ein junger Mann entflieht der Provinzialität seiner Heimat und taucht in eine fremde Kultur ein; eine Frau beginnt in einer Umbruchsituation nach ihren familiären Wurzeln zu suchen; ein Land wird nach 2000 Jahren Kaiserreich zur Republik und ist 100 Jahre später wieder enormen Veränderungen ausgesetzt; dazu ein altes Buch über den ständigen Wandel alles Bestehenden ...


"Die Psychoanalyse als breites Behandlungsangebot - da habe ich meine Zweifel"
Deutsch-Chinesisches Kulturnetz, November 2011
 
Gespräch mit der Psychoanalytikerin Antje Haag über ihre Erfahrungen als Lehrtherapeutin in China.
Frau Haag, wie war Ihr erster Besuch in China 1988?
Der erste Kongress fand in einem Armeehotel in Kunming statt, Betonwände, vergittere Fenster, fürchterliche Toiletten und Spucknäpfe überall. Man ging durch ein karges Treppenhaus, kam in einen großen Raum und sah ein rotes Band über dem Podium, auf dem zu lesen war, dass wir uns auf dem ersten deutsch-chinesischen Symposium für Psychotherapie befänden.


"Gar nicht so fremd" - Konfuzius auf den Hamburger Lessingtagen
Deutsch-Chinesisches Kulturnetz, Februar 2011
 
Das Pekinger Lin Zhaohua Theatre Studio gastierte am 28. und 29. Januar 2011 mit dem Stück Der Unterhändler von Xu Ying am Hamburger Thalia
Ein chinesisches Ensemble, das in chinesischer Sprache ein Stück über Kriegswirren im alten China aufführt, ist eine Herausforderung für ein deutsches Publikum - und ein Risiko für ein Theater.


Underground ist kein Tourismusunternehmen
Deutsch-Chinesisches Kulturnetz, Oktober 2010

Das Festival China Underground bot im September 2010 in Hamburg einen Einblick in die Vielfältigkeit und Lebendigkeit der unabhängigen chinesischen Filmszene.
Eines Tages erhielt der Kieler Independentfilmer Karsten Weber eine Email aus China. Sie kam von Ni Kun, einem jungen Kurator der freien Filmszene, er lud Weber und seine Filmgruppe Chaos nach China ein. 2006 zogen sie als Blitzfilm zum ersten Mal mit einer bunten Mischung deutscher Filme durch Universitäten und Festivals. Weitere Reisen folgten. Die deutschen Filmemacher, die bis dahin nichts mit China zu tun hatten, waren überrascht...(mehr)

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